>>>AKUSMATISCHER SALON IM AUSLAND

GREY AREAS“ DONNERSTAG 13. 10. 21 UHR


Der erste Abend gilt den Grauzonen.Bei spärlich belichtete Szenen fangen Augen und Ohren an zu blinzeln,kontrastarme Schemen lassen Platz für eigene Assoziationen.


Felix Kubin und Boris D. Hegenbart: „Nachtspeicher“, Produktion WDR 2003
In „Nachtspeicher“ verwendeten Felix Kubin und Boris D. Hegenbart ausschließlich Klänge, die sie zwischen 23 Uhr und 6 Uhr in der Großstadt aufzeichneten.Der Zuhörer wird in einen akustischen Raum geführt, in dem die Nacht gespeichert ist.
Geräusche und Wortfetzen der Vorbeieilenden in Parks, auf der Strasse, in Clubs, Bars, Nachtbussen und U-Bahnen verschmelzen zu einer eigenen Geschichte, die zum Teil chronologisch, zum Teil im freien Fall erzählt wird.
Charakteristisch für die Nacht ist die erhöhte Bereitschaft des Gehirns, in die Dunkelheit eigene Phantasien hineinzuprojizieren. Die Hektik und Geschäftigkeit des Tages verklingt. Zurück bleibt nur noch ein diffuser Nachhall, ein erschöpftes Gewirr alltäglicher Zielrichtungen im flirrenden Kunstlicht der Schaufenster, Straßenlaternen und U-Bahnschächte. Halluzinationen begleiten das Verschwinden der Umrisse in der Dunkelheit.


Antje Vowinckel „beckenrandblicke“, Klang-Bild-Performance
In „beckenrandblick“ spielt Antje Vowinckel Klänge zu Fotos von unbekannten Fotografen, gefunden in einem DDR Buch über Rettungsschwimmen aus dem Jahr 1960. Vordergründig geht es um technische Übungen, aber es hat noch etwas überlebt, was eigentlich nie hinein gehört hat. Eine subtile Zärtlichkeit, eine Choreographie, die an Tanz, Kampf oder religiöse Rituale erinnert. Projektionen eines modernen Betrachters? Nebenwirkungen des Materialverfalls? Oder unbewußte Träume der Fotografen?
Die minderwertige Foto- und Reproduktionstechnik und das schlechte Papier verleihen den Fotos eine ungewollt gemäldeartige Ästhetik. Die rein funktional gedachten Aufnahmen, wirken auf einmal klassisch und zeitlos. Aus den technischen Übungen werden Skulpturen, die zu einer viel längeren Betrachtung einladen, als die Fotografen sie jemals geplant hatten.


Felix Kubin website.


Antje Vowinckel website.