>>>AKUSMATISCHER
SALON IM AUSLAND
"DATA" SAMSTAG 22.10.
Das Akusmonium weitet sich in die Bildwelt. Einerseits steht das Programm
dieses Abends im Widerspruch zum klassischen Konzept der akusmatischen
Musik, wie es die Pinoniere der franzosischen Musique Concrète
formulierten, denn das akusmatische Konzert findet eigentlich im Dunkeln
statt, waehrend in diesem Fall die Lautsprecher in eine visuelle dispositiv
fuer live generierter Bilder integriert sind. Andererseits hat das Kollektiv
junger französischer Komponisten und Improvisatoren eine starke Verbindung
zum Repertoire und den Techniken der Musique concrète.
Undata Collective:
Thomas Charbonnel: live electronics
Max Bruckert: live electronics
John Kaced: live electronics
Leo B. Beilmann: super 8, 16 mm, dias
plays
Bernard Parmegiani:
L’oeil écoute (1973)
Christian Zanesi: Arkheion (1997)
Neben einem Set mit improvisierter, ueber das Akusmonium
gespielter Musik, die in Echtzeit auf die Film- und Videoprojektionen
von Leo B. Beilmann reagiert, gestaltet das Ensemble zwei "klassische"
Stuecke der Musique concrète von Bernard Parmegiani und Christian
Zanesi in neuer raeumlicher Interpretation fuer die klassische akusmatische
Hoersituation: die Dunkelheit.
“L’oeil ecoute” von Bernard Parmegiani, einem Veteranen
der elektro-akustischen Musik, ist ein räumliches Werk in acht Teilen:
Geschwindigkeit- Variation-Langsamkeit-Raum-Dichte-Leere-Pause-Signal.
Bernard Parmegiani spielt mit akustischen Texturen. Ein Soundpoet, der
sich zum Meister der Illusion entwickelt hat. “L’oeil ecoute”
(Das Auge lauscht) hört man wie einen Film ohne Leinwand: Kino mit
geschlossenen Augen.
Christian Zanesis Werk “Arheion” basiert auf Archivaufnahmen
der Stimmen von Pierre Schaeffer und Karl Heinz Stockhausen und ist ein
Tribut an die Väter der Musique concrete und elektronischen Musik.
Mit seinen vielschichtigen Strukturen ist das Stück prädestiniert
für eine räumliche Aufführung.
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